Lebensmittelkontakt
Sauber vom Filament bis zum Teig.
Dein Ausstecher steckt nur ein paar Sekunden im Teig. Trotzdem schauen wir ganz genau hin: was in ihm steckt, womit er gedruckt wird und wer ihn anfasst. Hier steht, wie das bei uns läuft und was du zu Hause noch tun kannst.
- FilamentPLA Pure, 5 Zutaten
- DüseSpätestens nach 2 Wochen neu
- AnfassenNur mit Handschuhen
- DruckplatteOhne Kleber, mit Spüli gewaschen
Das Rezept unseres Filaments
Wir backen ja gern, also fangen wir beim Rezept an. Unsere Ausstecher drucken wir aus PLA Pure von Bambu Lab, dem Hersteller, von dem auch unsere Drucker stammen. Ein Filament mit genau fünf Zutaten.
Jede einzelne davon hat Bambu Lab nach den EU-Regeln für Kunststoffe mit Lebensmittelkontakt prüfen lassen, bis hin zur Farbe. Wie bei einem guten Mürbeteig: wenige Zutaten, und bei jeder weiß man, warum sie drin ist.
ZutatenPLA Pure
- PLAder Grundstoff, gewonnen aus Mais und Zuckerrohr
- Acrylat-Copolymermacht den Kunststoff zäher, damit die dünne Schneidkante nicht bricht
- Farbmittelfür die Farbe deines Ausstechers
- EBSein Gleitmittel, damit die Schmelze gleichmäßig aus der Düse fließt
- Talkumein feines Mineral, asbestfrei, für eine gleichmäßige Struktur
Zubereitung: bei 220 °C schmelzen, Schicht für Schicht auftragen, abkühlen lassen. Fertig ist der Ausstecher.
Ab ins Labor
Ein Rezept ist das eine, der Test das andere. Bambu Lab hat PLA Pure im Juni 2026 vorgestellt, gemacht für Dinge, die mit Lebensmitteln und Kinderhänden in Berührung kommen. Ausstecher nennt der Hersteller selbst als Beispiel.
Vorher hat Bambu Lab das Filament beim Prüfinstitut SGS testen lassen, nach der EU-Verordnung für Kunststoffe, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen. Und zwar nicht nur die Rohstoffe, sondern auch gedruckte Teile. Die lagen bis zu zwei Stunden in heißen Prüfflüssigkeiten, die im Labor für wässrige, saure und fettige Lebensmittel stehen. Das Ganze dreimal hintereinander, wie bei einem Gegenstand, den man immer wieder benutzt. Danach wurde gemessen, ob etwas aus dem Kunststoff übergegangen ist.
Für einen Ausstecher ist das ein ziemlicher Härtetest. Bei dir zu Hause steckt er ein paar Sekunden in kaltem Teig.
PrüfzettelPLA Pure von Bambu Lab Prüfinstitut SGS · Bericht vom 13. März 2026
- Wässrige Lebensmittelbestanden
- Saure Lebensmittelbestanden
- Fettige Lebensmittelbestanden
- Schwermetallenicht nachweisbar
- Aromatische Aminebestanden
- Bisphenolebestanden
- Geruch und Geschmackbestanden
Geprüft an gedruckten Teilen nach VO (EU) Nr. 10/2011
einander
Alle Unterlagen zum Nachlesen
Direkt vom Hersteller Bambu Lab, die Berichte im englischen Original.
- Prüfbericht LebensmittelkontaktSGS, nach VO (EU) Nr. 10/2011, 13. März 2026 (PDF)
- Prüfbericht SpielzeugnormSGS, nach EN 71-3: Übergang von Elementen wie Blei und Cadmium, 11. März 2026 (PDF)
- UL-GREENGUARD-ZertifikatEmissionen beim Drucken, gemessen auf einem Bambu-Lab-A1 (PDF)
- Technisches DatenblattEigenschaften und Druckeinstellungen von PLA Pure (PDF)
- Sicherheitsdatenblattnach der EU-Chemikalienverordnung REACH (PDF)
- Druckleitfaden PLA PureWas Bambu Lab für den Kontakt mit Lebensmitteln empfiehlt (Webseite)
Und so sauber geht es bei uns zu
Das beste Filament nützt wenig, wenn der Rest nicht stimmt. Darum gelten in unserer Werkstatt ein paar feste Regeln.
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Nur PLA Pure im Drucker
Durch unsere Drucker läuft nur PLA Pure, für jede Form dieselbe Sorte. Kein ABS, kein Nylon, keine Filamente mit Glas- oder Kohlefaser. So bleibt nichts von anderen Kunststoffen in der Düse hängen.
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Frische Düsen aus Edelstahl
Die Düse ist das Teil, durch das der Kunststoff fließt. Bei uns ist jede höchstens zwei Wochen im Einsatz, dann kommt eine neue. Alle sind aus Edelstahl, auch jede Ersatzdüse: Messing kommt uns nicht in den Drucker.
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220 Grad
Beim Drucken wird der Kunststoff auf 220 Grad erhitzt, das ist heißer als dein Backofen. Jede Schicht kommt frisch geschmolzen aus der Düse.
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Druckplatte ohne Kleber
Viele streichen die Druckplatte mit Klebestift ein, damit der Druck hält. Wir nicht. Und nach jedem Druck kommt die Platte mit Spüli unter den Wasserhahn.
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Handschuhe an
Von der fertigen Druckplatte bis ins Päckchen fassen wir deine Ausstecher nur mit Handschuhen an. Auch beim Abfahren der Schneidkante steckt der Finger im Handschuh.
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Sauberer Arbeitsplatz
Drucker, Tische und Werkzeug putzen wir regelmäßig. Krümel, Staub und Fussel haben bei uns keinen Stammplatz.
Ganz ehrlich: die Sache mit den Rillen
Ein Drucker baut deinen Ausstecher Schicht für Schicht auf. Die feinen Querrillen, die du an der Form siehst, sind genau diese Schichten. Auf dem Keks siehst du sie nicht.
In solchen Rillen kann sich Teig festsetzen, das gehört zur Wahrheit dazu. Darum sind unsere Formen einwandig und ohne Hohlräume: Was du siehst, kannst du auch spülen. Und darum gilt beim Spülen: lieber einmal mehr mit der weichen Bürste drüber.
Erst baden, dann backen
Dein Ausstecher hat eine kleine Reise hinter sich: Werkstatt, Päckchen, Paketwagen, Briefkasten. Bevor er zum ersten Mal in den Teig darf, gönn ihm deshalb ein gründliches Bad. Das dauert zwei Minuten.
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Warmes Wasser
Höchstens 40 Grad und ein Tropfen Spülmittel. Lauwarm reicht völlig.
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Weiche Bürste
Eine weiche Spülbürste oder eine alte Zahnbürste, einmal durch alle Rillen und zwischen den Prägerippen hindurch.
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Klar abspülen
Unter fließendem Wasser, bis in den Ecken kein Schaum mehr sitzt.
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Gut trocknen
Prägeseite nach unten auf ein Küchentuch. Nach einer Viertelstunde ist er trocken und bereit für den Teig.
Was uns oft gefragt wird
Ist PLA nicht einfach Plastik?
Doch, PLA ist ein Kunststoff, gewonnen aus Pflanzenstärke wie Mais und Zuckerrohr. Für den Kontakt mit Lebensmitteln zählt aber nicht, ob etwas Kunststoff ist, sondern was drinsteckt und ob davon etwas übergehen kann. Genau das hat das Labor bei PLA Pure an gedruckten Teilen geprüft.
Wäre PETG oder PP nicht besser?
Eine EU-Zulassung für eine ganze Kunststoffsorte gibt es nicht, weder für PLA noch für PETG oder PP. Die Verordnung legt fest, welche Stoffe drin sein dürfen und wie viel davon höchstens übergehen darf. Entscheidend ist also, ob das konkrete Filament geprüft ist, nicht wie der Kunststoff heißt.
Warum darf er nicht in die Spülmaschine?
Spülmaschinen spülen mit 60 bis 70 Grad, PLA wird ab etwa 55 Grad weich. Was danach rauskommt, ist keine Form mehr, sondern eine Welle.
Wie bekomme ich festgebackene Teigreste raus?
Zehn Minuten in warmem Spülwasser einweichen, dann mit einer weichen Bürste durch die Rillen. Bitte keine Messer und keine Scheuerschwämme: Die zerkratzen die Oberfläche, und in Kratzern hält sich Teig noch besser.
Kann Lebensmittelfarbe abfärben?
Farbiger Teig kann an der Oberfläche leichte Spuren hinterlassen. Die sitzen im Farbton, nicht im Material, und gehen mit der Zeit nicht weiter in die Tiefe.
Wo finde ich den Prüfbericht?
Direkt beim Hersteller: Prüfbericht Lebensmittelkontakt (PDF). Die übrigen Unterlagen stehen weiter oben unter „Alle Unterlagen zum Nachlesen“.
Gebadet? Dann ab in den Teig!
Fragen zu Material oder Pflege? Schreib uns, meistens antworten wir noch am selben Tag.