Plätzchen mit Ausstecher: wie lange backen, bei welcher Temperatur

Drei Schritte nebeneinander: Teig mit dem Nudelholz ausrollen, Traktor mit der Hand ausstechen, der gebackene Keks auf dem Blech

Es gibt eine Zahl, die für fast alle Ausstecherplätzchen stimmt. 180 Grad Ober- und Unterhitze, 10 bis 12 Minuten.

Damit bist du in neun von zehn Fällen fertig. Die restlichen Fälle sind dünner Teig, ein voller Ofen oder ein Rezept mit Honig, und die gehen wir gleich einzeln durch.

Wie lange du Ausstecher backen musst, hängt an der Dicke

Nicht am Motiv. Nicht am Durchmesser. An den Millimetern, die dein Nudelholz übrig gelassen hat.

Bei 5 bis 8 Millimetern, der Dicke, bei der eine Prägung sauber stehen bleibt, sind es 10 bis 12 Minuten. Rollst du auf 4 Millimeter aus, reichen 8 bis 9. Bei 3 Millimetern bist du nach 7 Minuten dran, und dann musst du wirklich danebenstehen, weil zwischen hell und zu dunkel keine zwei Minuten mehr liegen.

Dickere Kekse brauchen nicht einfach länger, sie brauchen auch weniger Hitze. Ab einem Zentimeter geh auf 170 Grad und 14 Minuten, sonst ist der Rand fest und die Mitte noch roh. Welche Größe du wofür nimmst, steht unter Welche Größe soll ein Keksausstecher haben.

Ober- und Unterhitze schlägt Umluft

Umluft funktioniert, aber du verlierst etwas.

Der Ventilator bläst trockene Luft über die Oberfläche. Die Kekse werden schneller fest, und sie werden schneller braun, besonders an den Rändern. Für geprägte Motive ist das schlecht, weil der Rand dunkel wird, während die Fläche mit dem Motiv noch hell ist. Der Keks sieht dann aus, als hätte man ihn umrandet.

Wenn du Umluft nimmst, dann geh 20 Grad runter. Also 160 Grad und dieselbe Zeit. Dafür kannst du zwei Bleche gleichzeitig backen, und in einer Dezemberwoche ist das halt das bessere Argument.

Bei Ober- und Unterhitze bleibt es bei einem Blech, auf der mittleren Schiene. Zwei Bleche übereinander backen ungleichmäßig, und das rettet auch kein Tauschen nach der Hälfte.

Vorheizen ist nicht optional

Der Ofen muss auf Temperatur sein, bevor das Blech reingeht. Bei Mürbeteig entscheidet das über die Prägung.

Der Grund liegt in der Butter. Solange sie fest ist, hält der Keks seine Kanten und seine Linien. Wird sie flüssig, bevor der Teig gestockt ist, fließt der ganze Keks ein Stück auseinander und zieht die Prägelinien in die Breite. Ein kalter Ofen, der zusammen mit dem Blech warm wird, gibt der Butter genau diese Zeit.

Praktisch heißt das: Ofen an, bevor du ausstichst. Und die ausgestochenen Kekse auf dem Blech noch einmal zehn Minuten in den Kühlschrank, wenn Platz ist. Das ist der einzelne Handgriff mit dem größten Effekt. Was dabei im Teig passiert, erklärt Warum die Prägung nach dem Backen verschwindet.

Woran du siehst, dass sie fertig sind

Nicht an der Uhr. An den Rändern.

Ein Ausstecherplätzchen ist fertig, wenn die Ränder gerade eben Farbe nehmen und die Fläche in der Mitte noch hell ist. Das sieht im Ofen nach zu wenig aus. Ist es aber nicht, denn der Keks backt auf dem heißen Blech noch zwei Minuten nach.

Wer auf goldbraun wartet, bekommt einen trockenen Keks, und bei geprägten Motiven verschwindet die Zeichnung im Braun. Die Linien leben vom Schattenwurf zwischen heller Fläche und tiefer Rille. Ist alles gleich dunkel, siehst du nichts mehr.

Nach dem Backen zwei Minuten auf dem Blech liegen lassen, dann auf ein Gitter. Heiß sind die Kekse weich und verziehen sich, wenn du sie sofort stapelst.

Was sich bei anderen Teigen ändert

Lebkuchen und alles mit Honig oder Sirup wird schneller dunkel, weil der Zucker früher bräunt. Geh auf 170 Grad und rechne mit 9 bis 11 Minuten.

Salzteig wird nicht gebacken, sondern getrocknet. 120 Grad, zwei Stunden, Ofentür einen Spalt offen. Die Prägung kommt darin sogar schärfer raus als im Mürbeteig, weil kein Fett drin ist, das schmelzen könnte.

Fondant und Marzipan kommen gar nicht in den Ofen. Du stichst aus und lässt die Teile an der Luft fest werden.

Die häufigsten drei Fehler

Kekse unten dunkel, oben blass: Blech zu weit unten, oder du hast ein dunkles Blech benutzt. Dunkles Blech heißt 10 Grad weniger.

Kekse am Rand des Blechs fertig, in der Mitte noch weich: normal. Nimm die äußeren einfach raus und gib den anderen zwei Minuten.

Kekse flach und ausgelaufen: nicht die Backzeit, sondern der Teig. Der war zu warm, oder es war Backpulver drin. Ein Rezept ohne Triebmittel steht unter Mürbeteig für Prägeausstecher.

Zum Üben eignet sich ein großflächiges Motiv. Der Lebkuchenmann zeigt dir nach der ersten Fuhre genau, ob deine Zeit stimmt, weil Gesicht und Knöpfe sofort verraten, wenn der Keks zu weit aufgegangen ist. Die Formen, die bei uns am häufigsten im Warenkorb landen, stehen unter Beliebte Ausstecher, und wenn Kinder mitbacken, findest du unter Keksausstecher Kinder die Motive, die auch dann noch funktionieren, wenn die Form schief aufgesetzt wurde.